Schülerinnen und Schüler aus den Religionskursen der Jahrgangsstufen 8 und 9 trafen sich am Bruchköbeler Bahnhof zu einem Ausflug mit Frau Günther und Herrn Gröll nach Frankfurt.
Dort folgte die Gruppe den Spuren der deutschen Kaiser durch Frankfurt von der Wahl bis zur Krönung. Im Historischen Museum übernahm eine kompetente Stadtführerin die Gruppe, die gut mit den interessierten und disziplinierten Schülerinnen und Schülern ins Gespräch kam.
Beginnend in der historischen Kaiserpfalz im Saalhof, wo die Reichsinsignien zu sehen waren, führte der Stadtgang über den Kaiserdom, in dem die Wahlen und Krönungen abgehalten wurden, und den alten Krönungsweg auf den Römerberg.
Die Gruppe erfuhr, welche Rituale und Zeremonien die Krönungen begleiteten, bekam die göttliche Legitimation des Kaisertums und den christlichen Anspruch des Reiches erklärt, und wie nach den Kaiserwahlen gefeiert wurde. Der Rundgang folgteden Fußstapfen der Kurfürsten, beleuchtete ihre Rolle beim „Kaisermachen“, z.B. in der Reformationszeit, als 1519 für kurze Zeit der sächsische Kurfürst und Beschützer Luthers, Friedrich der Weise, zum Kaiser gewählt worden war – ohne dass er das Amt antrat.
Nach einem Gang durch die Altstadt ging es abschließend noch in den Kaisersaal des Römers, wo es viele Portraits ehemaliger Kaiser zu bestaunen gab.
Nebenbei erfuhr die Reisegruppe auch noch interessante Fakten und Hintergründe zur Gründung Frankfurts, über Kaiser Karl den Großen, die verschiedenen Baustile und die Entwicklung der Stadt zu einem der wichtigsten Wirtschaftszentren der Welt.
Die Rückfahrt stellte die Geduld und die Improvisationsfähigkeit der Reisegruppe vor eine Herausforderung, da zunächst die S-Bahn zwischen Frankfurt Hauptwache und Hanau Hauptbahnhof die dort zum Umsteigen in den Zug nach Bruchköbel zur Verfügung stehenden 10 Minuten durch meditatives Gleiten und Vorfahrtgeben mehr als aufbrauchte. Der nächste Zug nach Bruchköbel fuhr dann zwar ein, ließ aber niemanden an Bord. Nach 10 weiteren Minuten wurde dann mitgeteilt, dass der Zug der HLB defekt sei. Auch die Bahnauskunft konnte sich sagen, ob, wann und von welchem Gleis an diesem Tag noch Züge nach Bruchköbel fahren werden. Mit Bussen über den Freiheitsplatz kam man mit über 80 Minuten Verspätung in Bruchköbel an.
Die Exkursion war ein Angebot des Faches Religion (Reli+), um damit fachübergreifend die Unterrichtsinhalte zu vertiefen, den Horizont zu erweitern und die Relevanz der Grundlagen unserer Kultur aufzuzeigen. Unfreiwillig gab es zudem einen Einblick in die aktuelle Leistungsfähigkeit des ÖPNV.




