MINT
Die Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel engagiert sich als Umweltschule aktiv für Nachhaltigkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt. Durch vielfältige Projekte lernen die Schülerinnen und Schüler, ökologische Zusammenhänge zu verstehen und selbst Verantwortung zu übernehmen. Dabei steht nicht nur die Wissensvermittlung im Vordergrund, sondern auch das praktische Handeln im Alltag. Gemeinsam setzt sich die Schulgemeinschaft für eine lebenswerte Zukunft ein und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.
Die Ökologie- und Naturschutzbewegung sowie der Umweltbildung hat sich zum Ziel gesetzt, die Menschen stärker an die Natur heranzuführen, durch direkten Kontakt mit Organismen Freude und Interesse an der Natur zu wecken sowie eine verantwortungsvolle Haltung gegenüber Lebewesen einzunehmen. Mit dem Wunsch nach Naturnähe und dem Einbeziehen der affektiven neben der kognitiven Dimension geht die Forderung einher, alle Sinne anzusprechen, die Natur nicht nur mit dem Auge, sondern auch über andere Sinneskanäle wahrzunehmen. Durch multisensorische Naturerfahrung sollen Jugendliche wie Erwachsene Natur nicht nur kennenlernen, sondern auch erleben und so eine positive Einstellung gegenüber Lebewesen entwickeln. Die Umwelterziehung wurde verbindlich in die Lehrpläne der deutschen Schulen aufgenommen. Dass die Beschreibung der Bedrohungen unserer Umwelt nicht ausreicht, ist inzwischen vielfach nachgewiesen. Denn Bildung kann erworben werden und steht dann zur Verfügung, sie muss aber nicht zwangsläufig deswegen auch gelebt werden.
Biologie
Die Biologie erfordert ein gutes Verständnis der Umwelt, Vorstellungsvermögen und abstrakten Denkvermögen. Sie fordert Schülerinnen und Schüler dazu auf, die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten, lernen Verantwortung zu übernehmen und naturwissenschaftliche Phänomene in Modelle zu übersetzen. Durch den Bezug zu ihrer eigenen Umwelt können die Schülerinnen und Schüler einen persönlichen Zugang zum Thema entwickeln, welches Prinzip der Lebensweltorientierung beschreibt. Ebenso fördern das praktische Arbeiten mit Realbegegnungen ein ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand nach Pestalozzi und fördert die Integration von Theorie und Praxis anhand eines konkreten Beispiels. Dadurch nehmen die Schülerinnen und Schüler alles nicht nur visuell oder auditiv wahr, sondern können durch ein Lernen mit allen Sinnen ein tieferes Verständnis fördern. Lebewesen sprechen direkt an, fordern Zuwendung oder Abwehr heraus. Diese Verknüpfung von Kognition und Emotion ist eine Grundlage, um die Schülerinnen und Schüler zur Achtung vor dem Lebendigen und zu verantwortungsbewusster Haltung zu erziehen. Lebewesen sind im Gegensatz zu Medien, nicht didaktisch bearbeitet und bieten daher meist ein breites Spektrum an Informationen und eine Fülle von Eindrücken. Sie sprechen verschiedene Sinneskanäle gleichzeitig an, wie den Geruchsinn, den Gehörsinn, den Gesichtssinn und den Tastsinn. Das bewusste Erleben der Diversität ermöglicht einen anderen Zugang zur Natur als die Texte, die im Schulbuch zu finden sind. Die Schülerinnen und Schüler lernten auf diese Weise einige Lebewesen eines konkreten Ausschnittes der Umwelt kennen und die lebensräumliche Behandlung regte oft auch zum längeren Betrachten an.
Außerschulische Lernorte helfen, den formalisierten Umgang der Schule mit den Schülerinnen und Schüler aufzubrechen zugunsten von mehr Lebensnähe, konkreter Praxis und Ganzheitlichkeit. Darüber hinaus geben sie Anlass zu einem Lernen in anderen Lern-, Sozial- und Interaktionsformen als im Klassenzimmer und bieten Gelegenheit für eigenaktives, schülerzentriertes Lernen. Generell gewinnen Lernprozesse an Bedeutung, wenn sie erlebnisorientiert und mit Primärerfahrungen verbunden sind. So empfiehlt Konrad Lorenz für den Erwerb eines besseren Naturverständnisses und Umweltbewusstsein einen möglichst engen Kontakt mit der lebendigen Natur, um Wertempfindungen für das Schöne und Gute zu wecken, die durch den weit verbreiteten Szientismus und ein technomorphes Denken allzu oft unterdrückt werden. Im Zusammenhang mit der Ökologie- und Naturschutzbewegung sowie der Umweltbildung hat diese methodische Richtung sich zum Ziel gesetzt, die Menschen stärker an die Natur heranzuführen, durch direkten Kontakt mit den Organismen Freude und Interesse an der Natur zu wecken sowie eine verantwortungsvolle Haltung gegenüber Lebewesen einzunehmen. Unterricht außerhalb des Schulgebäudes überwindet das begrifflich-symbolische Lernen aus Büchern und Medien, verhilft zu mehr Lebensnähe und damit zu Primärerfahrungen. Darauf beruhendes Wissen prägt sich stärker ein als verbal und medial vermitteltes Wissen aus zweiter Hand. Die originale Begegnung an Ort und Stelle spricht alle Sinne an und lässt Natur erleben. So wird nicht nur die kognitive, sondern auch die affektive Ebene stärker in die Lernerfahrung mit einbezogen, wodurch eine emotionale Beziehung zur Natur aufgebaut wird. Die Schülerinnen und Schüler lernen den Umgang mit einem anspruchsvollen Arbeitsgerät, trainieren ihre Feinmotorik, entwickeln räumliches Vorstellungsvermögen und schärfen ihren Blick für Details.
Physik
Physik ist mehr als reines Rechnen und Wiedergabe von Formeln durch Bucharbeit. Durch die Physik sind wir in der Lage die Welt um uns herum zu beschreiben und zu erklären. Der Physikunterricht vermittelt nicht nur grundlegende Kenntnisse über die Naturgesetze, sondern fördert auch das kritische Denken, die Problemlösungsfähigkeiten, Teamarbeit und bereitet Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen der modernen Welt vor. Nahezu alles in unserem Alltag kann durch die Physik erklärt werden; von der Erdanziehungskraft, zum Wirkungsmechanismus von Werkzeugen, unseren Handys, der gesamten Technologie, bis hin zu Statiker beim Bau mächtiger Bauwerke. Naturphänomene wie Regenbögen, Gewitter, Licht und Farben prägen den Alltag von Schülerinnen und Schüler. All dies basiert auf der Grundlage physikalischer Zusammenhänge. Alltagsphysik erweitert auch die Lernumgebung Schule und die physikalische Erfahrungswelt bleibt nicht mehr auf den Physikraum beschränkt. Eigene Erlebnisse der Schülerinnen und Schüler lassen sich einbinden und ihre Vorerfahrungen weiter nutzen. Oft werden dadurch alltägliche Begegnungen mit physikalischen Fragestellungen erst bewusst. Die Physik im Alltag kann durch eine Vielzahl von Experimenten erschlossen werden, die in ihrem natürlichen Umfeld ablaufen.
Experimente sind aus einem zeitgemäßen Physikunterricht nicht wegzudenken. Sie können die Motivation der Schülerinnen und Schüler erhöhen, überraschende und erklärungsbedürftige Phänomene zeigen, in neue Sachverhalte einführen, physikalische Regeln und Gesetze veranschaulichen und Techniken des naturwissenschaftlichen Arbeitens etablieren. So werden physikalische Phänomene durch experimentelle Zugänge, mittels des forschend-entdeckenden Lernens leichter nachvollziehbar. Das Experimentieren ermöglicht den Schülerinnen und Schüler eine individuelle Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand (vgl. Mattes, S. 168). Dies fördert nicht nur ihr Verständnis physikalischer Zusammenhänge, sondern stärkt auch ihre Eigenverantwortung und soziale Kompetenz. Durch das Experimentieren mit Alltagsgegenständen und Einbeziehung der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler wurde die Physik für die Schülerinnen und Schüler zunehmend greifbarer und verständlicher. Praktische Experimente, bei denen die Schülerinnen und Schüler die Gesetze der Physik unmittelbar erfahren können, machen den Unterrichtsstoff lebendig und spannend. Sie erleben die Konzepte nicht nur theoretisch, sondern sehen, wie sie in der realen Welt wirken. Durch den Alltagsbezug können die Schülerinnen und Schüler einen persönlichen Zugang zum Thema entwickeln, welches Prinzip der Lebensweltorientierung beschreibt. Ebenso fördern das praktische Arbeiten und regelmäßiges Experimentieren ein ganzheitliches Lernen wie es bereits Pestalozzi beschreibt. Experimentieren ermöglicht ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand und fördert die Integration von Theorie und Praxis anhand eines konkreten Beispiels. Dadurch nehmen die Schülerinnen und Schüler alles nicht nur visuell oder auditiv wahr, sondern können durch ein Lernen mit allen Sinnen ein tieferes Verständnis fördern. Der zusätzliche permanenter Bezug der Theorie auf die Praxis und den Alltagsbezug spiegelte sich positiv im sichtbaren Lernerfolg wider.
Der Alltag bietet vielerlei Lernanlässe und ermöglicht dadurch auch ein authentisches Lernen. Didaktisch bietet die Kontextorientierung sehr vielversprechende Möglichkeiten für einen zeitgemäßen Physikunterricht. Physikunterricht soll vor allem auch die Kompetenz verleihen, die es ermöglichen als Teil der Gesellschaft und in persönlicher Hinsicht verantwortlich zu handeln. Die Wissensstrukturen sollen systematisch aufgebaut werden, um dann auf vielerlei Situationen angewandt werden zu können. Schülerinnen und Schüler lernen sich Problembereiche selbstständig zu erschließen und zu bearbeiten, Ergebnisse mitzuteilen und kritisch zu diskutieren. Neben reinem Fachwissen werden Kompetenzen der Erkenntnisgewinnung, der Kommunikation und der Bewertung sowie Kenntnisse über Physik als Wissenschaft erworben. Die Schülerinnen und Schüler werden zu selbstverantwortlichen Handelnden, die das Versuchsgeschehen in Gang setzen, beeinflusst und mit allen Sinnen wahrnehmen und beobachten kann. Die verantwortliche Selbsttätigkeit bei Schülerversuchen weckt und fördert das Interesse und ruft eine starke Motivation hervor. Gerade dadurch erhält der Schülerversuch seine besondere erzieherische, didaktisch wertvolle und das Lernen fördernde Bedeutung im Physikunterricht. Außerdem soll die Wichtigkeit von Begriffen und Theorien durch eine lebenspraktische Bedeutung mitbegründet werden, damit sich die Physik als Gesamtkonzept erschlossen werden kann.

















































