Poetry Slam
POETRY SLAM
WORKSHOP mit LARS RUPPEL an der
Heinrich-Böll-Schule
Der in Deutschland bekannte Slamer und Kabarettist Lars Ruppel, der Workshops an Schulen und Universitäten gibt und Mitglied der „Poetry-Slam-Boygroup“ SMAAT ist, mit der er 2007 den Team-Wettbewerb der deutschsprachigen Poetry-Slam-Boygroup gewann, bot am 21.04.10 einen hochkarätigen Workshop für literaturinteressierte Schüler an der Heinrich-Böll-Schule. Im Rahmen der Buchmesse in Nidderau wurden die Schüler außerdem abends, zur Mitgestaltung eines öffentlichen Slams von Lars, an die Bertha-von-Suttner-Schule eingeladen.
Poetry Slam ist als eine moderne Form des Dichterwettstreits ein literarischer Vortragswettbewerb, in dem selbst geschriebene Texte einem Publikum vorgetragen werden. Teil der Grundidee des Poetry Slams ist es, die Texte nicht nur zu lesen, sondern sie schauspielerisch vorzutragen. Da Schulleitung und Förderverein diese neuartige Form der Lyrikaufbereitung im Rahmen kultureller Praxis unterstützen, war es Deutschlehrerin Fr. Tischer-Rosch möglich, den Workshop zu organisieren.
In Poetry Slam Workshops werden in erster Linie Jugendlichen und jungen Erwachsenen einerseits kreatives Schreiben und andererseits selbstsicheres Vortragen der geschrieben Texte vermittelt. Auf diese Weise wird die Sprachkompetenz gleichsam humorvoll und unterhaltend gefördert – und nicht selten kommt es vor, dass Teilnehmer von Workshops ihre Begeisterung zur Literatur, die sie vorher vielleicht für langweilig hielten, entdecken können.
So erging es auch den 13 Teilnehmern aus Jahrgang 8-10. Trotz der nachmittäglichen Zusatzstunden waren alle mit wachsender Begeisterung dabei. Die Einführung durch die lustige Übung „Wortdurchfall“ lockerte sofort die Stimmung und spurte die Schüler und Schülerinnen auf das Kommende ein. Die folgende „Ein-Wort-Geschichte“ endete bereits in einer phantasievollen Erzählung über Ponys und grüne Ritter.
Im weiteren Verlauf kreierten die Teilnehmer witzige Synonyme, einfühlsame Elfchen, komisch-lehrreiche Indianerweisheiten und philosophierten schriftlich über die Entstehung der Welt. Während des Spaziergangs mit poetischen Augen wurden gemeinsam Inspirationen gesammelt, um anschließend eine paradoxe Geschichte zu erstellen.
Der 24jährige Workshopleiter machte es den Schülern leicht, ihre Erfindungsgabe zu aktivieren, indem er erzählend ständig neue Impulse setzte: So wurde z.B. aus einem Stück blauen Plastik ein Stück Himmel, aus einem Abflussrohr ein Telefon zur Unterwelt und aus einem kleinen Fussel ein Stück gemähtes Pony.
Mit seiner heiter-lockeren Art schaffte er es, den Schülern spielerisch einen Weg zur eigenen Kreativität und Offenheit hin zur darbietenden Lyrik zu ermöglichen. Als er aus seinem eigenen Werk einen absurden E-Mailkontakt mit einer WG-Mitbewohnerin darbot, war die Begeisterung kaum zu toppen.
Am Abend erreichte der Tag für die Teilnehmer seinen Höhepunkt bei dem öffentlichen Slam in Nidderau. Wer sich traute, konnte mit Lars die Bühne betreten und eigene Texte und Gedichte vortragen. So schloss ein zwar arbeitsintensiver aber umso beeindruckender lyrischer Tag im perfekten Rahmen für die Schüler ab.
Lars Ruppel (vorn) kann die Teilnehmer mit Witz und Leichtigkeit für die Poesie gewinnen.Die Begeisterung ist selbst Direktor Herchenröther (ganz rechts neben Lehrerin Tischer-Rosch) anzusehen: Der Poetry Slam Workshop mit Lars Ruppel (vorn kniend) an der HBS war ein voller Erfolg. (Fotos: Ziegler)


