Ganztagsschule

Fit für die Ganztagsschule

Die HBS auf dem Weg zur Ganztagsschule – was bedeutet dies für uns? Welche Richtlinien müssen erfüllt werden? Was tun wir bereits? Was ist noch zu tun?

Fit für die GTS
– unter diesem Motto stehen unsere beiden Päd. Tage. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Module zu entwickeln, die in das Konzept der HBS als Ganztagsschule in offener Form eingebettet sind, zum Schuljahr 2011/2012 umgesetzt, erprobt und im Schulprogramm festgeschrieben werden sollen.

Zunächst möchte ich Ihnen gerne einen kurzen Überblick darüber geben, was zum einen die rechtlichen und inhaltlichen Rahmenbedingungen einer Ganztagsschule in offener Konzeption bedeuten und zum anderen Ihnen darstellen wie das an der HBS z. Z. bestehende Ganztagsangebot aussieht und wie es genutzt wird.

Schon seit vielen Jahren hat sich die HBS durch ihre pädagogische Mittagsbetreuung und dem nachfolgenden Nachmittagsangebot der Aufgabe gestellt, Kindern und Jugendlichen auch nach Ende der offiziellen Unterrichtszeit die Möglichkeit zu geben, fachspezifischen oder auch übergeordneten Interessen nachzugehen, neue Wissensgebiete kennen zu lernen, sich musisch zu beschäftigen oder sich im Rahmen von Sportangeboten auszutoben und zu stärken.

Auf dem Hintergrund dieses breit angelegten Angebotsspektrums hat die HBS im vergangenen Schuljahr den Antrag zur Ganztagsschule in offener Konzeption gestellt – Gesamtkonferenz sowie die Schulkonferenz haben dies nahezu einstimmig befürwortet.

Seit dem Schuljahr 2010/2011 ist die HBS nun anerkannt als Schule auf dem Weg zur Ganztagsschule in offener Konzeption – der offizielle Titel im Erlass lautet: Kooperative Ganztagsschule in offener Konzeption.

Welche Aufgaben ergeben sich daraus für uns?

Das verlässliche GTA einer Kooperativen GTS in offener Konzeption umfasst 5 Nachmittage pro Woche und bietet Betreuungsmöglichkeiten lt. Hess. Schulgesetz vom 1.8.04 in der Regel von 7.30 Uhr – 17.00 Uhr an, freitags von 7.30 Uhr – 14.00 Uhr.

Für die HBS gilt aufgrund der hohen Anzahl der SUS, die mit dem Bus zur Schule bzw. nach Hause kommen: das Betreuungsangebot muss bis 16.00 Uhr vorhanden sein. In den Jg. 5 und 6 ist aufgrund des Offenen Anfangs das Angebot auch bereits ab 7.30 Uhr gegeben.

Wie dies für die Jahrgänge 7 – 10 aussieht muss in die Überlegungen zu den notwendigerweise zu verändernden Struktur- und Rahmenbedingungen einbezogen werden.

Die Schulen mit einem GTA in offener Konzeption sind darüber hinaus verpflichtet in Kooperation mit dem Schulträger ein Mittagessen anbieten zu können, was mit unserer Mensa gegeben ist.

















Desgleichen erfüllen wir weitere Kriterien:

die HBS verfügt schon seit vielen Jahren über eine Hausaufgabenbetreuung, bietet Aufenthalts- und Spielemöglichkeiten (LZ und Spielekeller), es gibt Bildungs- und Betreuungsangebote sowie Maßnahmen zur Berufsvorbereitung.

Anders als bei GTS in gebundenere Konzeption muss die GTS in offener Konzeption nicht die Stundentafel in der Weise gestalten, dass nachmittags generell, unabhängig von dem ohnehin stattfindenden Unterricht ab Jg. 7, Pflichtunterricht stattfindet. Die Stundentafel wird also nicht in veränderter Rhythmisierung auf den Vor- und Nachmittag verteilt.

Der gesellschaftliche Wandel, insbesondere demographische Entwicklung, veränderte Familienstruktur, Arbeitsbedingungen, Multikulturalität haben die Aufgabenstellung von Schule in unserer Zeit entscheidend neu geprägt.

Die Struktur der GTS ist eine Antwort auf diese veränderten und zeitgenössisch akuten Problemstellungen. Mehr als je zuvor muss die Schule ein verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot bieten, das allen Schülerinnen und Schülern gleichermaßen Chancen und Zutritt zu Bildung und aktiver Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eröffnet.

Öffnen soll sich die Schule verstärkt auch in ihrer Eigenschaft als Lernraum und Lernort: Ziele sind hier die verstärkte Kooperation mit der Gemeinde, mit Einrichtungen der Jugendhilfe, mit Vereinen und Betrieben.

Ein weiteres wichtiges Ziel ist die verstärkte Einbeziehung der Eltern durch ihre Mitarbeit bei schulischen Angeboten, so wie dies jetzt bereits im Falle der AG zur Berufsorientierung geschieht.

Zur personellen und sächlichen Ausstattung für die Durchführung des GTA erhalten die Schulen lt. Hess. Schulgesetz einen Zuschlag von bis zu 20% auf das Stellensoll nach der Zuweisung für die Grundunterrichtsversorgung. In realiter heißt dies für die HBS: wir haben bislang insgesamt 3 Stellen zugewiesen bekommen; in diesem Schuljahr die Stelle, die wir mit unserem Kollegen M. Tremmel besetzen konnten; zuvor, zu Zeiten der päd. Mittagsbetreuung, eine Stelle, die in Geld realisiert wurde. Aus diesem Budget werden die Honorarkräfte sowie Sachausgaben für das GTA gezahlt. Ferner gibt es aus früheren Zeiten eine Stelle, die der Schule insgesamt in Form von Stunden zu Gute kommt, z. B. in Form von AGs für die Kolleg/innen sowie auch für Fach- und Förderbedarf.

Für das kommende Schuljahr hat der Schulträger in Absprache mit dem SSA zugesagt, der HBS eine weitere Stelle zukommen zu lassen. Hier ist abzuwägen, ob diese in Person oder Geld realisiert werden soll. Um den gestiegenen Betreuungsbedarf finanzieren zu können scheint es aus gegenwärtiger Sicht sinnvoll, diese Stelle in Geld – das sind Euro 46.000 – in Anspruch zu nehmen.

Integriertes Konzept

Für die inhaltliche Gestaltung der HBS als GTS ist jetzt wichtig, ein Konzept zu erstellen, das den Zusammenhang des ganztägigen Angebots mit dem Unterricht sowie anderen schulischen Vorhaben herstellt. Das Hess. Schulgesetz besagt (Zitat):“ Dabei werden der Unterricht und die ganztägigen Angebote im Sinne eines abgestimmten Gesamtkonzepts von Bildung, Erziehung und Betreuung mit jeweils besonderen Funktionen innerhalb des Schulprogramms gesehen.“, im Hess. Schulgesetz genannt: das integrierte Konzept.

In diesem Zusammenhang haben wir unseren Pädagogischen Tag sowie den Studientag unter das Leitmotiv „Fit für die Ganztagsschule“ gestellt.

Leitfragen bei der Erstellung eines solchen Konzepts sind folgende:

Wie will die HBS sich programmatisch weiter entwickeln?

Wie/mit welchen Angeboten füllen wir unsere päd. Leitlinie?

Was kann ein Päd. Tag leisten bei Start der Umsetzung der Module im Sj. 2011/12?

Rahmenvorgabe für die Entwicklung der Arbeitsgruppen am Päd. Tag sowie dem Studientag sind die inhaltlichen Schwerpunkte der HBS, die in folgende Bereiche zusammengefasst werden können: Das interkulturelle Lernen

Die ästhetische Bildung

Der Bereich Gesundheit – Sport – Bewegung

Die individuelle Förderung und Kompetenzstärkung.





Die Steuergruppe hat inhaltlich angebunden an diese Schwerpunkte AGs gebildet, die alle zur Aufgabe haben, Module zu entwickeln, die im Schuljahr 2011/12 im GTA umgesetzt werden können. In Abhängigkeit von der jeweiligen inhaltlichen Problemstellung soll der Pflichtunterricht mit dem bereits bestehenden oder weiter zu entwickelnden nachmittäglichen Angebot aufeinander abgestimmt und verzahnt werden.

Übergeordnetes Ziel ist die Stärkung von Partizipation und Mitverantwortung. Dies bezieht sich nicht nur auf die Schülerschaft, sondern erfolgt durch die Arbeit an der konzeptionellen Entwicklung auch auf der Ebene von Kolleginnen und Kollegen. Schule wird dadurch verstärkt zum Produkt gemeinsamer Planung und gemeinsamen Handelns. Es ergibt sich daraus die Chance zu größerer Verbindlichkeit, Effizienz und damit auch zu Erhöhung der Arbeitszufriedenheit von uns Lehrerinnen und Lehrern.





Ist-Situation des GTA





Als Grundlage für die Arbeit in den AGs ist es sinnvoll, sich einen Überblick über das bereits bestehende GTA zu verschaffen sowie darüber, wie es von Seiten der Schülerschaft genutzt wird.





Die Darstellung erfolgt nicht nach Prioritäten geordnet und entspricht dem z.Z. bestehenden AG Angebot! Einige der AGs sind zudem schwerpunktübergreifend und im Folgenden nur einmal aufgeführt.





a)

Da ist zum einen unser musisch-kreativer Schwerpunkt mit seinen Angeboten:

Band, Band-Gesang, Böllcanto, Bläser, Musicus,Theaterspielen, Schmuckwerkstatt, Fantastische Malerei, Wolle und mehr (stricken-häkeln basteln)













b) der Bereich Gesundheit – Sport - Bewegung:

offenes Sportangebot, Tanz mit dem Ziele des Aufbaus einer Schultanzgruppe, vollwertige Ernährung, Sucht- und Gewaltprävention





c) der Bereich des interkulturellen Lernens:

Nicaragua AG, Comenius, in Ergänzung unseres Fremdsprachenkonzepts: Französisch für Anfänger, Delf (ermöglicht eine zusätzliche Qualifizierung in Französisch mit der Option das Delf-Zertifikat im Rahmen einer externen Prüfung abzulegen)





d) der Bereich der individuellen Förderung und Kompetenzstärkung:

Konzentrationstraining, Erwerb und Vertiefung von PC-Kenntnissen sowie Surfen im Internet, NAWI, Solartec, der Sanitätsdienst, die Fahrradwerkstatt, Förderunterricht Englisch und Mathematik, die Hausaufgabenhilfe, Angebote zur Berufsorientierung





Zwei AGs, die in diesem Schuljahr in Zusammenarbeit mit außerschulischen Kooperationspartnern angeboten wurden, dem JUZ Bruchköbel sowie der Stadtbibliothek. Diese wurden nicht angewählt, sie bleiben jedoch für das nächste Jahr, verbunden mit intensiverer Werbung, im Programm.









Diese Angebote werden pro Woche von ca. 350 Sus in Anspruch genommen, mit der Frequentierung der Hausaufgabenhilfe, deren Zahl schwankend ist sowie mit der Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die den Spielekeller regelmäßig besuchen, kann man von 400 SuS sprechen, die pro Woche den Nachmittag hier in der Schule verbringen.





Diese Übersicht verdeutlicht, dass die HBS im Hinblick auf das zu erstellende integrierte Konzept die Richtlinien für ganztägig arbeitende Schulen in Hessen – nach §15 Hess. Schulgesetz, Erlass vom 1. August 2004 – bereits in hohem Maße erfüllt, denn:

das Bildungs- und Betreuungsangebot ist breit gestreut, es spricht in Art und Umfang SuS der unterschiedlichen Altersklassen mit unterschiedlichen Inhalten an.





Es umfasst die für die GTS in offener Konzeption geforderten Bereiche:Die den Pflichtunterricht ergänzen

Förderunterricht und Wahlangebote im Sinne der Stundentafel darstellenAGs und Projekte

Betreuungsangebote

Kulturelle Veranstaltungen.Aus dem hier Aufgeführten ist ersichtlich, wie weit sich die HBS in ihren Angeboten als GTS in offener Konzeption bereits entwickelt hat.

Unsere Aufgabe ist es jetzt/heute sowie am Studientag konzeptionell so zu arbeiten, dass wir eine schlüssige Verzahnung des Vor- und Nachmittags erzielen, die unser Schulprofil schärft, Reibungsverluste vermeidet und uns einen sinnvollen pädagogischen Handlungs- und Spielraum ermöglicht.

Ganztägig arbeitende Schulen – so wie es die HBS großenteils bereits tut – werden damit zu einer Institution, zu einem Angebot, das in einer Zeit der ständig wachsenden Vielfalt sozialer, kultureller und ethnischer Heterogenität im Hinblick auf gesellschaftpolitische Problemstellungen kompensatorisch wirkt, das sich dem Problem der sozialen Benachteiligung im Bildungswesen stellt und eintritt für mehr Chancengerechtigkeit.





Iris Kamarowsky

Päd.Leiterin























 

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