Nicaragua-Partnerschaft

Partnerschaft mit Diriamba (Nicaragua)

Die Kinder aus Diriamba

Die Schulpartnerschaft mit dem "Instituo" hat sich in den fast 20 Jahren ihres Bestehens zu einem umfassenden
Projekt entwickelt und besitzt sowohl in Diriamba wie auch in Bruchköbel einen hohen
anerkannten Stellenwert.

Eine ausführliche Dokumentation des Bdesuchs 2004 im PDF-Format findet sich hier: nicaragua2004dokumentation.pdf [1.396 KB]

 

Die Projekte

Logo unserer Partnerschule

  • die Besuche und Gegenbesuche
  • die Biblioteca Heinrich Böll mit über 3000 Büchern und Lehrmaterialien
  • der Stipendienfonds, der Ex-Schülern des Instituto ein Studium erlaubt
  • die Schulgeldzahlung, damit Jugendliche die Secundaria besuchen können
  • Mittel zum Kauf von didaktischen Materialien
  • Mittel für Reparaturen und Kauf von Möbeln

 

Besuch aus Nicaragua 2009

Im Rahmen der Schulpartnerschaft zwischen dem Instituto Nacional Diriangen in Diriamba / Nicaragua und der Heinrich-Böll-Gesamtschule Bruchköbel besuchte am 5. Oktober 09 Enrique Ramirez, Leiter der Nichtregierungsorganisation ADECA, die Böll-Gesamtschule.
In einem Gespräch mit dem Stellvertr. Schulleiter Herr Münz, Herr Krause, Herr Hilbig und Herr Bornhardt wurde u.a. über die Zukunft der Schulpartnerschaft gesprochen und die nächste Studienreise einer Schüler-, Lehrer-Delegation im Sommer 2010 nach Nicaragua vorbereitet. Das kleine NGO- Büro unterstützt seit vielen Jahren die Schulpartnerschaft vor allem bei den Besuchen vor Ort in Diriamba und wickelt sämtliche finanzielle Transferleistungen ab.
Enrique Ramierez war sehr von dem Empfang, dem Gespräch und den Perspektiven angetan. In einem Rundgang durch die Schule überzeugte er sich von dem hohen Niveau der Heinrich-Böll-Gesamtschule und bedankte sich im Namen der Schulgemeinde des Instituo Nacional Diriangen und der Stadt Diriamba für die über 20 Jahre andauernde Unterstützung.

Martin Bornhardt dolmetschte von Spanisch ins Deutsche und umgekehrt.

 

Bildimpressionen des Nicaragua-Projekts

Besuche, Veranstaltungen, Vorbereitung 2000 - 2003

 

Nicaraguareise 2010

BERICHT ÜBER DIE 13. STUDIENREISE NACH NICARAGUA
IM RAHMEN DER SCHULPARTNERSCHAFT
HEINRICH-BOELL-SCHULE – INSTITUTO NACIONAL DIRIANGEN



Teilnehmende Schülerinnen:
Celine Guyard, Nicola Dittmar, Beguem Ayguen, Alina Ringel
Begleiter:
Wulf Hilbig, Martin Bornhardt



WIR SIND VIELE MENSCHEN, ABER NUR EINE MENSCHHEIT

Der Abflug war für den 27. Juni um 23:55 geplant. Wirklich abgeflogen sind wir am 28. Juni um 13:00 Uhr. Technische Probleme an der Maschine waren der Grund dafür. Ursprünglich hatten wir zwei Tage zum Kennen lernen von San Jose / Costa Rica geplant, diese Zeit reduzierte sich der Verspätung wegen auf einen Tag. Die Zwischenstation in San Jose ist daher so wichtig, weil sie auch eine Zwischenstufe in Bezug auf das Nord-Süd-Gefälle bedeutet. Trotzdem ist es erschreckend, die armen Menschen, den Müll auf den Bürgersteigen und die lärmenden Straßen zu erleben. Die anschließende 9stuendige Busfahrt nach Jinotepe/Nicaragua ist nicht nur von der Landschaft her interessant, sie ist auch eine Reise an immer ärmeren Häusern und Dörfern vorbei bis hin zu unserem Ziel: Diriamba / Nicaragua.

Die Ankunft bei den Gastfamilien in Nicaragua ist ein weiterer Meilenstein dieser Erfahrung. Große Herzlichkeit, Probleme bei der Kommunikation auf Spanisch, gewöhnungsbedürftige Familiengewohnheiten, enge, einfache Wohnungen und ganz anderes Essen gehören ab jetzt zum Alltag. Als sehr positiv erweist sich, dass wir jeweils zu zweit in Familien untergebracht sind. Auf diese Weise kann man sich gegenseitig unterstützen, wenn es mal Schwierigkeiten gibt. Als 13. Delegation aus Deutschland werden wir in der Partnerschule offiziell mit einer schönen Feier empfangen.

Nach einem Tag Erholung an der pazifischen Küste von Diriamba beginnen wir bald mit unserem ersten Projekt: eine Wandmalerei, bereits in Bruchköbel geplant und vorbereitet, an einer Innenwand des Bibliotheksraumes (s. Anlage). Da in dieser Woche in Nicaragua Schulferien sind, hilft uns eine ausgewählte Gruppe von Lehrern und Schülern der Partnerschule, Instituto Nacional Diriangen, bei unserem Vorhaben.

Schließlich kauften wir die nötige Farbe, um das Bild zu erstellen und den ganzen Saal neu zu streichen. Die Wandmalerei unter dem Motto „Wir sind viele Menschen, aber nur eine Menschheit“, womit wir vor allem die nötige Völkerverständigung und den Geist unserer Schulpartnerschaft darstellen wollen, ist innerhalb einer Woche so gut wie fertig. Parallel dazu haben wir auch verschiedene Städte wie Masaya und Granada und andere Orte (Inseln, Vulkanseen ) besucht, um das Land, die Leute und die Kultur besser kennen zu lernen.

Ein weiterer grundlegender Bereich der Studienreise ist die Möglichkeit, sich vor Ort über die Probleme und Situation der Nicaraguaner zu informieren. In diesem Zusammenhang trafen wir uns mit Vertretern der Lehrergewerkschaft ANDEN, mit Beauftragten der Alphabetisierungskampagnen des Erziehungsministeriums, mit dem regionalen Vertreter der Regierungspartei (Frente Sandinista de Liberacion Nacional), mit dem Bürgermeister Dr. Bismark Perez der Stadt Diriamba, lernten verschiedene Kinderhilfsorganisationen ( APAN ) kennen und führten viele Gespräche mit Lehrern der Partnerschule, mit Leitern unterschiedlicher Sozialprojekte und anderen Agenten der sozialen Entwicklung des Landes. Eindrucksvoll waren auch die Besuche auf einer Kaffee-Plantage und in einem Steinbruch.

Die Schülerinnen haben sich immer sehr interessiert beteiligt und wir haben in regelmäßigen, täglichen Besprechungen die Aktivitäten vor- und nachbereitet und die Informationen aufgearbeitet, um sie dann auch in unsere Dokumentation einfließen zu lassen. Hierfür soll Mitte September noch ein Nachbereitungsseminar stattfinden. Weiterhin wird an einer Bildpräsentation für Vorträge in Schulklassen, Elternabenden und interessierten Kreisen gearbeitet.

Ein weiterer Aspekt dieser Studienreise war die erneute Kontaktaufnahme mit den Stipendiaten – ehemalige Schüler des Instituto Nacional Diriangen, die von Deutschland aus finanziell unterstützt werden, damit sie studieren können – und auch die Besprechung verschiedener Projekte, die über die Nicht-Regierungs-Organisation ADECA laufen. Das wichtigste Vorhaben ist in diesem Zusammenhang der derzeitige Bau einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Ökologischen Museums in Diriamba, der zum größten Teil über verschiedene Quellen aus Hanau ( Stadt und Stadtwerke ) finanziert wird.

Im engeren Rahmen der Schulpartnerschaft hatten wir uns für diese 13. Studienreise noch ein weiteres Projekt vorgenommen: die Entwicklung eines kleinen Theaterprojektes mit Schülern beider Schulen. Dies bereiteten wir im 2. Teil unseres Aufenthaltes vor, als die nicaraguanischen Schüler wieder in der Schule waren. Mit unseren 4 Schülerinnen und 10 weiteren SchülerInnen von der dortigen Schule schrieben und spielten wir ein Theaterstück unter dem Namen „El planeta de la paz“ – „Der Planet des Friedens“. Es ging hierbei um eine Gruppe von Außerirdischen, die in Nicaragua landeten (typische Kleidung, Tänze, usw.) und erstmal nichts verstehen konnten. Nach mehreren teils witzigen Versuchen, kommt ein Ausländer, der „außerirdisch sprechen“ kann und der übersetzt. Es wird klar, dass die Außerirdischen Frieden und Völkerverständigung bringen. Am Ende fällt der Vorhang hinter der Bühne und es erscheint die Wandmalerei mit dem Motto „Wir sind viele Menschen, aber nur eine Menschheit“
und die nicaraguanischen Schüler lesen das Motto auf Deutsch, die deutschen auf Spanisch. Das Stück endet mit einem modernen Tanz, den die Jugendlichen gemeinsam tanzen. Dieses Stück wurde auf der Abschiedsfeier am 20. Juli aufgeführt und damit wurde auch die Wandmalerei offiziell der Schulgemeinschaft übergeben.

Die Rückreise ging wieder zunächst mit dem Bus nach Costa Rica und dann mit dem Flugzeug weiter. Da der Flug diesmal in Santo Domingo (Dominikanische Republik) unterbrochen werden musste - wieder aufgrund eines technischen Fehlers (!) – verzögerte sich unsere Ankunft in Frankfurt um ca 10 Stunden. Trotzdem ist diese Studienreise für alle Beteiligten ein einmaliges Erlebnis gewesen, die Gespräche mit den Schülerinnen haben durchweg ergeben, dass man einige Dinge nun mit anderen Augen sieht, und viel dazugelernt hat. Einige erwägen, nach der Schule einmal über eine längere Zeit an einem Sozialprojekt in Nicaragua teilzunehmen.

Vor uns liegen nun noch die Ausarbeitung der Dokumentation und die Vorbereitung des Gegenbesuchs der 11. Delegation aus Nicaragua im Juni 2011. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen Unterstützern dieser Schulpartnerschaft ( s. unten ), da so ein Projekt unmöglich ohne die nötige Finanzierung machbar ist, schon gar nicht über so viele Jahre.



Selbstverständlich hat jede Studienreise ein eigenes Ziel, aber allein die menschliche Bereicherung jedes Teilnehmers, die Erfahrung in einem Land, in dem so viele Dinge ganz einfach anders sind, führt dazu, dass diese Personen einen tiefgehenden Lernprozess erfahren, der für das Leben prägt.



Verantwortliche Lehrkraft: Martin Bornhardt
Begleiter: Wulf Hilbig



Die Unterstützer sind:

Hessisches Kultusministerium, Wiesbaden
Main-Kinzig-Kreis, Gelnhausen
Stadt Bruchköbel
GEW Bund, Frankfurt
GEW Kreisverband Hanau
Fa. Eidmann, Bruchköbel
Foerderverein Heinrich-Boell-Schule
Private Unterstützer

 

Nicaragua 2010

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Nicaragua 2011

25. JUBILÄUM DER SCHULPARTNERSCHAFT MIT NICARAGUA

Am 20. Juni wurde in der Aula der Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel das 25. Jubiläum der Schulpartnerschaft mit dem „Instituto Nacional Diriangén“ in Diriamba/Nicaragua gebührend gefeiert. Gleichzeitig galt es, das in der selben Zeit entstandene Freundschaftsabkommen zwischen dem Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Diriamba zu feiern. In den Ansprachen des Stellvertretenden Schulleiters, Herrn Ernst Münz, der amtierenden Leiterin des Staatlichen Schulamtes für den Main-Kinzig-Kreis, Frau Sylvia Ruppel, und des Leiters des Referats für Partnerschaftspflege des Main-Kinzig-Kreises, Herrn Karl-Heinz Schmitt, wurde die außerordentliche Leistung gelobt, die es bedeutet, eine Schulpartnerschaft über all diese Jahre und über die dazugehörenden Veränderungen in der ganzen Welt am Leben zu halten und immer wieder neu zu beleben. Heute kann man mit Stolz auf viele Projekte zurückblicken, die die Lebensqualität der Menschen in dem mittelamerikanischen Staat, der immer noch zu en ärmsten der Region zählt, positiv beeinflusst haben: Trinkwasser- und Latrinenprojekte in verschiedenen Armenvierteln der Stadt Diriamba – 40 Km von der Hauptstadt Managua entfernt - , Straßenpflasterung, Hühnerzucht für den Eigenbedarf, sogar eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Ökologischen Museums, das auch z.T. mit Geldern aus Hessen aufgebaut wurde. Diese Projekte und noch viele mehr sind natürlich nur mit der Hilfe vieler Unterstützer, Sponsoren und vor allem dank des Engagements des Main-Kinzig-Kreises, der Stadt Bruchköbel, der Stadt Hanau, der Stadtwerke Hanau und der Kreiswerke möglich gewesen. Auch die GEW, der Evangelische Entwicklungsdienst, das Kultusministerium Hessen, der Förderverein der Heinrich-Böll-Schule und viele private Spender haben ihren wichtigen Anteil am Erfolg dieser Projekte gehabt.

Im Rahmen der Schulpartnerschaft selber sind bis heute ca 130 Lehrer und Schüler der Heinrich-Böll-Schule in Nicaragua gewesen, ca 80 Jugendliche aus Diriamba haben Hanau und Bruchköbel besucht. Bei den dreiwöchigen Aufenthalten hier und dort wohnen die Mitglieder der entsprechenden Delegation in Gastfamilien, was wiederum eine ganz besondere Erfahrung mit sich bringt, nicht selten einen Kontakt, der über Jahre hinweg aufrecht erhalten wird. Zur Zeit besucht die 11. Delegation aus Nicaragua die Partnerschule in Bruchköbel. Neben Treffen mit dem Bürgermeister der Stadt Bruchköbel, dem Oberbürgermeister der Stadt Hanau und dem Landrat des Main-Kinzig-Kreises, stand in diesem Jahr ganz besonders das Kennen lernen des deutschen Schulsystems und der Möglichkeiten, Menschen mit einer Behinderung in die Gesellschaft zu integrieren, auf dem Programm. Hierfür wurden verschiedene Schulformen (Grund- und Gesamtschulen, Gymnasien, Schulen für praktisch Bildbare, usw.) und auch z.B. die Behindertenwerkstatt in Steinheim besucht. Die 6 SchülerInnen und 2 Lehrkräfte aus Nicaragua haben hier wohl noch einiges an Material nachzuarbeiten, bevor sie ihrer Schulgemeinschaft über die Erfahrungen in Deutschland berichten können.

Eine Wandmalerei, die die Delegation aus Bruchköbel im letzten Jahr in der Partnerschule in Diriamba hinterließ – und zwar an einer Wand der „Biblioteca Heinrich Böll“ – trägt die Inschrift: „Somos muchos pueblos, pero una sola humanidad“ – „Wir sind viele Völker, aber nur eine Menschheit“. Dieses Motto im Sinne der Völkerverständigung soll auch weiterhin die Schulpartnerschaft beleben, so der Stellvertretende Schulleiter Münz. In diesem Sinne übergaben Schüler des Jahrgangs 6 der Heinrich-Böll-Schule den Vertretern aus Nicaragua etwas über 1000 Euro, eine Summe die vor einigen Tagen auch unter Mitwirkung der nicaraguanischen Gäste in einem Sponsorenlauf „eingelaufen“ wurde. Das Geld soll für eine bessere Ausstattung der „Biblioteca Heinirch Böll“ und für die Reparatur und Anschaffung von Musikinstrumenten an der Partnerschule verwendet werden. Sebastián Mendieta, Lehrer an der Partnerschule in Nicaragua und seit Jahren Mitstreiter im Rahmen der Schulpartnerschaft, äußerte im Namen der Schulgemeinschaft seinen Dank und übergab den Herren Wulf Hilbig und Wolfram Krause eine Urkunde, mit der dem 25jährigen außerordentlichen Einsatz für diese Partnerschaft Rechnung getragen wird. Durch die künstlerischen Darbietungen von Schülern beider Partnerschulen und dem anschließenden Umtrunk im Lernzentrum der Heinrich-Böll-Schule wurde dieser Jubiläumsfeier der entsprechende Rahmen gegeben. Nun gilt es, über die Nicaragua-AG an der Schule unter der Leitung des Spanischlehrers Martin Bornhardt die 14. Delegation aus Bruchköbel vorzubereiten, die dann im Juni 2012 die Partnerschule in Diriamba besuchen wird.

 

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